Eigentlich wollte ich unten stehendes Post nicht veröffentlichen. Da meine Absenz beklagt wurde, den verschmähten Schwestern zur Lektüre. Die letzten Wochen eines Semesters sind einfach zum Kotzen.
Heute habe ich bitterlich geweint. Ich fühlte mich gedemütigt, missverstanden und als „Mutter“ gescheitert. Noch immer fühlt sich meine Nase vom ewigen Rotzen drei Mal so groß an, wie sie leider tatsächlich ist. Und meine Lidränder schmerzen, als hätte theoretisch die grausamste aller Allergien erbarmungslos zugeschlagen - nämlich die gegen alkoholische Getränke. Praktisch ist mir diese aber Gottlob erspart geblieben. Ich denke, die Anzahl der dunklen Stunden im Leben einer Frau sind per se nicht an ihr Alter gebunden. Nur die Ursachen dafür scheinen sich im ähnlichen Rhythmus zu verändern wie ihre Nachtpflege und der zuständige Facharzt.
Mit 18 weinte ich bitterlich, als mir klar wurde, dass ich ohne finanzielle Unterstützung des so genannten elterlichen Hauses würde studieren müssen. Dann krempelte ich einfach die Ärmel hoch. Mit 28 weinte ich bitterlich, als der verheiratete Mann, der mir seine endlose Liebe erklärt hatte, die alimentefreundliche Weite suchte. Fortan lebte ich ohne Anrufbeantworter. Mit 38 dachte ich, die Welt würde untergehen, weil ich meinen tollen Job, um den mich so viele beneideten, inklusive der männlichen Eliten nicht mehr ertrug. Also ging ich. Später dachte ich zu sterben, als meine kleine Schwester vom Krebs zerfressen wurde. Ich kippte ein paar Flaschen Rotwein, kümmerte mich um ihr Kind und mein Burnout und begrub sie. Ich dachte, ich hätte schon alles erlebt, doch weit gefehlt! Heute hat es der Klassenvorstand meines geerbten Neffen mit freundlicher Unterstützung des Kollegiums und des Knilchs geschafft, mich zu schaffen.
Ist eigentlich irgendeine Schwester auf die Schrecken des heimischen Schulsystems vorbereitet? Wer hat neben Job und Haushalt und (wahrscheinlich sowieso nicht existentem) Liebesleben Kraft und Diskussionsfreude für fast täglich heraufdräuende Unbill: nicht eingetragene Schularbeitstermine bzw. ständig geänderte Schularbeitstermine bzw. anders geartete Einträge im Mitteilungsheft bzw. unverständliche Schulinformation bzw. ausgebliebene Schulinformationen bzw. Anschisse eines Schuldirektors im wahlweise Jesuslook oder Beamtenoutfit bzw. Überheblichkeiten eines Lehrer, der denkt, er würde in mir einen Vollidioten als Gesprächspartner sehen? Woher nehmen Lehrer eigentlich das Recht, eigene Verfehlungen als „Verkettung unglücklicher Zufälle“ abzutun und glaubliche Missstände seitens der Erziehungsberechtigten als mittleren Tsunami an den Pranger zu stellen? Wie komme ich eigentlich dazu, mit meinem Kind lernen zu müssen, während andere dafür bezahlt werden? In der Vergangenheit fand ich für jedes Drama einen Ausweg, doch so sehr ich jetzt auch wie ein Uhu meinen Hals verdrehe, finde ich doch kein Schlupfloch. Die Schule seines Kindes kann man leider nicht wechseln wie den Steuerberater oder die Kosmetikerin. Augen zu und durch bis zur Vierten. Augen zu und durch bis zur Matura? Augen zu und durch bis zum Diplom?
Was soll´s. In meinen Fünzigern werde ich irgendwann verzweifelt sein, weil man mich wegen einer Jüngeren verlässt. Ab 60 werde ich eine dunkle Stunde habe, weil ich angeblich zu alt für den Job bin. Und später einmal werde ich bitterlich weinen, weil man mir in dem Heim, in dem ich lebe, beim Waschen oder Unterschieben der Leibschüssel Schmerzen bereitet. Ich werde alles irgendwie überstehen. Jetzt weiß ich einmal, dass es mir morgen wieder besser gehen wird. Weil sich eine Schwester nicht unterkriegen lässt.
Heute habe ich bitterlich geweint. Ich fühlte mich gedemütigt, missverstanden und als „Mutter“ gescheitert. Noch immer fühlt sich meine Nase vom ewigen Rotzen drei Mal so groß an, wie sie leider tatsächlich ist. Und meine Lidränder schmerzen, als hätte theoretisch die grausamste aller Allergien erbarmungslos zugeschlagen - nämlich die gegen alkoholische Getränke. Praktisch ist mir diese aber Gottlob erspart geblieben. Ich denke, die Anzahl der dunklen Stunden im Leben einer Frau sind per se nicht an ihr Alter gebunden. Nur die Ursachen dafür scheinen sich im ähnlichen Rhythmus zu verändern wie ihre Nachtpflege und der zuständige Facharzt.
Mit 18 weinte ich bitterlich, als mir klar wurde, dass ich ohne finanzielle Unterstützung des so genannten elterlichen Hauses würde studieren müssen. Dann krempelte ich einfach die Ärmel hoch. Mit 28 weinte ich bitterlich, als der verheiratete Mann, der mir seine endlose Liebe erklärt hatte, die alimentefreundliche Weite suchte. Fortan lebte ich ohne Anrufbeantworter. Mit 38 dachte ich, die Welt würde untergehen, weil ich meinen tollen Job, um den mich so viele beneideten, inklusive der männlichen Eliten nicht mehr ertrug. Also ging ich. Später dachte ich zu sterben, als meine kleine Schwester vom Krebs zerfressen wurde. Ich kippte ein paar Flaschen Rotwein, kümmerte mich um ihr Kind und mein Burnout und begrub sie. Ich dachte, ich hätte schon alles erlebt, doch weit gefehlt! Heute hat es der Klassenvorstand meines geerbten Neffen mit freundlicher Unterstützung des Kollegiums und des Knilchs geschafft, mich zu schaffen.
Ist eigentlich irgendeine Schwester auf die Schrecken des heimischen Schulsystems vorbereitet? Wer hat neben Job und Haushalt und (wahrscheinlich sowieso nicht existentem) Liebesleben Kraft und Diskussionsfreude für fast täglich heraufdräuende Unbill: nicht eingetragene Schularbeitstermine bzw. ständig geänderte Schularbeitstermine bzw. anders geartete Einträge im Mitteilungsheft bzw. unverständliche Schulinformation bzw. ausgebliebene Schulinformationen bzw. Anschisse eines Schuldirektors im wahlweise Jesuslook oder Beamtenoutfit bzw. Überheblichkeiten eines Lehrer, der denkt, er würde in mir einen Vollidioten als Gesprächspartner sehen? Woher nehmen Lehrer eigentlich das Recht, eigene Verfehlungen als „Verkettung unglücklicher Zufälle“ abzutun und glaubliche Missstände seitens der Erziehungsberechtigten als mittleren Tsunami an den Pranger zu stellen? Wie komme ich eigentlich dazu, mit meinem Kind lernen zu müssen, während andere dafür bezahlt werden? In der Vergangenheit fand ich für jedes Drama einen Ausweg, doch so sehr ich jetzt auch wie ein Uhu meinen Hals verdrehe, finde ich doch kein Schlupfloch. Die Schule seines Kindes kann man leider nicht wechseln wie den Steuerberater oder die Kosmetikerin. Augen zu und durch bis zur Vierten. Augen zu und durch bis zur Matura? Augen zu und durch bis zum Diplom?
Was soll´s. In meinen Fünzigern werde ich irgendwann verzweifelt sein, weil man mich wegen einer Jüngeren verlässt. Ab 60 werde ich eine dunkle Stunde habe, weil ich angeblich zu alt für den Job bin. Und später einmal werde ich bitterlich weinen, weil man mir in dem Heim, in dem ich lebe, beim Waschen oder Unterschieben der Leibschüssel Schmerzen bereitet. Ich werde alles irgendwie überstehen. Jetzt weiß ich einmal, dass es mir morgen wieder besser gehen wird. Weil sich eine Schwester nicht unterkriegen lässt.